Vereinbarkeit

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein Muss für die Schweizer Wirtschaft um längerfristig auch international mithalten zu können.

Über 50`000 gut ausgebildete Frauen gehen in der Schweiz keiner Erwerbsarbeit mehr nach. Gleichzeitig herrscht ein Fachkräftemangel, welcher durch ausländische Mitarbeitende kompensiert werden muss. Bestimmt ist dieser Entscheid bei einigen Frauen selbst gewählt - viel häufiger ist er aber Folge einer ökonomischer und energetischer Abwägung. Das kommt die Schweiz wirtschaftlich, fiskalisch und auch gesellschaftlich teuer zu stehen.

Wir brauchen Vereinbarkeit!

Laut einer aktuellen, internationalen Studie von Unicef belegt die Schweiz betreffend Familienfreundlichkeit zudem Platz 31 von 31 - weit hinter Ländern wie Bulgarien, Polen, Slowenien. Wir müssen uns nicht mit Schweden vergleichen (Platz 1), sondern können jedes europäische Land betrachten um die fehlende Fortschrittlichkeit der Schweiz zu belegen.


Bezahlbare Kinderbetreuung

Jetzt Onlinepetition unterschreiben.

Kinderbetreuung muss bezahlbar sein und gleichzeitig hohen Qualitätsansprüchen genügen. Heute ist beides nicht erfüllt. Für viele Familien lohnt sich eine externe Betreuung für die Arbeitszeit ökonomisch ab dem zweiten Kind nicht mehr. Erste Kreditinstitute bieten derweil auch Finanzierungshilfe an, um die Krippenkosten zu bewältigen - ein ad absurdum an sich, dass ein Angebot zur Verschuldung zur Begleichung der Krippenkosten während der Arbeitszeit geschaffen werden muss (z.B. Awina). Als Folge bleiben viele - meist Mütter - ungewollt zu Hause und fehlen wiederum in der Arbeitswelt. Gleichzeitig herrschen in der Branche schlechte Arbeitsbedingungen für das Betreuungspersonal - die Folge: in der Schweiz fehlen heute laut kibe suisse 10 000 Betreuungspersonen.

Hier ein interessanter Artikel des SRF dazu und hier der Offener Brief: Wir Eltern brauchen eine funktionierende Kinderbetreuung!

Kindergarten-Führer
Vaterschaftsurlaub.PNG

Vaterschaftsurlaub

Ja am 27. September

Ein einziger Tag Vaterschaftsurlaub werden in der Schweiz offiziell gewährt - viele Betriebe weiten dies mittlerweile freiwillig auf mehrere Wochen aus.

Die Geburt meines Sohnes dauerte 36 Stunden, der Vater kam erst in den letzten Stunden hinzu, um nicht den einzigen Freitag schon einzuziehen. Vom Spital ging er am nächsten Morgen direkt ins Unterrichtszimmer.

So oder ähnlich geht es vielen frischgebackenen Eltern in der Schweiz. Unbezahlter Urlaub ist oft nicht möglich - wie in unserem Fall als Lehrperson.

Im Grunde wäre eine Elternzeit erstrebenswert - welche die Elternteile selbstbestimmt aufteilen können - als Grundstein für eine gleichberechtigte Elternschaft. In vielen anderen Ländern hat sich dieses Modell bewährt, oft auch zusätzlich zum Mutterschaftsurlaub (siehe Übersicht hier).

Die Einführung eines Vaterschaftsurlaubes ist im diesem Sinne ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und längst überfällig.